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Vertikale Videoproduktion: Querformat im Livestreaming überholt

Vom Querformat zum Denken in der Vertikalen: Unser Workshop zur Zukunft des Livestreaming-Formats.

Die Zahlen sind gnadenlos: Ein horizontaler 16:9-Livestream auf Instagram oder TikTok nutzt nur einen Bruchteil der wertvollen Bildschirmfläche der mobilen Endgeräte. Was bleibt, sind große, schwarze Balken und eine enttäuschende Nutzererfahrung.

Die Zukunft des mobilen Contents ist unübersehbar vertikal. Aber dieser Wechsel ist mehr als nur ein technischer Kniff: Er erfordert ein fundamentales Umdenken. Neue Workflows, angepasste Technik und eine komplett andere visuelle Sprache sind der Schlüssel.

Wie gelingt diese Transformation in der Praxis? Die Antworten auf diese Fragen liefert Michael Bamberger. Im Gespräch mit dem Technik-Experten von Stream1 analysieren wir die Kern-Erkenntnisse aus dem Hollyland-Workshop.

einem Format, das gemeinsam mit Hollyland, einem führenden Hersteller für professionelle Funkstrecken, Videoübertragungssysteme und Creator-Equipment, durchgeführt wurde.

Der kraftvollste Moment des Workshops

“Der Workshop hatte den Untertitel: Wie vertikale Videoproduktion die Livestream- und Content-Branche prägt. Was war der kraftvollste Moment, der genau das gezeigt hat?”

Es war die Erkenntnis, dass vertikale Videoproduktionen mittlerweile nicht mehr die Ausnahme sind. Sie werden zunehmend angefragt, auch im professionellen Livestreaming. Das bedeutet: Workflows müssen komplett neu gedacht werden. Der eigene Technik-Fuhrpark muss auf den Prüfstand. Und vor allem müssen Tests mit den Zielplattformen wie TikTok durchgeführt werden, um zu verstehen, was dort wirklich funktioniert.

Wir haben in den letzten Monaten intensiv Erfahrung gesammelt, Pakete geschnürt und Kunden beraten, ob das Hochkantformat für ihre Zwecke wirklich Sinn macht. Denn nicht jeder Content funktioniert vertikal. Aber wenn er es tut, dann richtig. Social Media verlangt es, die Nutzer erwarten es. Wer heute noch im klassischen Querformat denkt, verliert Reichweite. Das war der Moment, in dem allen klar wurde: Das ist kein Trend mehr, das ist die neue Realität.

Das technische Setup: Drei Kameras, zwei Funkstrecken, ein Ziel

“Ihr habt ein technisches Setup und euren Workflow gezeigt. Was genau habt ihr aufgebaut?”

Hollyland hatte vorgeschlagen, gemeinsam Workshops zu halten. Die Zielgruppe waren Studierende und alle, die sich für moderne Videoproduktion interessieren. Das Content-Creation-Equipment, das wir dabei gezeigt und getestet haben, war speziell für mobile und vertikale Setups ausgelegt.

Da war zum einen die Lark Max 2 Audio-Funkstrecke, die dafür sorgt, dass der Ton synchron zur Kamera ankommt. Wer schon einmal versucht hat, mehrere Kameras gleichzeitig zu streamen und dabei den Ton im Griff zu behalten, weiß, wie wichtig das ist. Dann die Cosmo C2 Video-Funkstrecke, ein Wireless-Video-Kit, das Bildsignale kabellos überträgt. Und schließlich drei VenusLiv V2 Kameras, die speziell für das Hochkantformat entwickelt wurden.

Der größte Vorteil dieser Kameras: Sie sind sofort einsatzbereit. Das Setup ist portabel, die Bedienung einfach. Dazu kommt ein guter Autofokus und hohe Lichtstärke, was gerade bei schnellen Social-Media-Produktionen entscheidend ist. Für ein TikTok-Studio-Setup sind das genau die Eigenschaften, die den Unterschied machen.

Der Workflow: Vom Start bis zum fertigen 9:16-Livestream

“Könnt ihr den Workflow erklären? Vom Start bis zum fertigen Livestream im 9:16-Format?”

Der Workflow, den wir im Workshop gezeigt haben, war bewusst pragmatisch gehalten. Im Zentrum steht vMix, eine Bildmischer-Software, die auch vertikale Formate unterstützt. Wer nach einem vMix-Tutorial auf deutsch sucht, findet mittlerweile einige Anleitungen, aber die Praxis sieht oft anders aus als die Theorie.

Eine der drei Kameras wird mit der Audio-Funkstrecke kombiniert, um synchronen Ton zu gewährleisten. Eine weitere Kamera wird per Funk übertragen, zwei laufen über klassische HDMI-Verbindungen. Nicht alles muss wireless sein, aber dort, wo es Sinn macht, spart man sich Kabel und gewinnt Flexibilität.

Sobald die Kameras in vMix eingebunden sind, werden die RTMP-Daten der Zielplattform eingetragen. RTMP ist ein Übertragungsprotokoll, das dafür sorgt, dass der Stream bei TikTok, Instagram oder YouTube ankommt. Dann kann der Stream starten. Das Bild wird direkt im Hochkantformat ausgespielt, ohne dass nachträglich beschnitten oder skaliert werden muss – genau so, wie Social-Media-Videos am Ende eben aussehen sollten.

Die ergonomische Herausforderung: Wenn die Kamera nicht mitspielt

“Was ist der größte Unterschied zwischen einer 16:9 und einer 9:16-Produktion?”

Hier wird es interessant, denn es geht nicht nur um Technik. Die größte Herausforderung ist tatsächlich ergonomisch. Kameras sind seit Jahrzehnten für das Querformat entwickelt worden. Die Buttons sitzen dort, wo sie beim horizontalen Halten gut erreichbar sind. Die Halteposition fühlt sich vertraut an. Dreht man die Kamera nun ins vertikale Bildformat, wird alles ungewohnt.

Die Bedienelemente sind plötzlich an Stellen, die beim Halten schwer zu erreichen sind. Die Balance der Kamera verschiebt sich. Man muss umdenken, neu greifen, anders arbeiten. Das ist keine Kleinigkeit, sondern eine echte Umstellung für Teams, die seit Jahren im Querformat produzieren.

Aber das Format boomt. Social Media ist heute primär vertikal. Die Nutzung von Smartphones hat unser Sehverhalten komplett verändert. Niemand dreht mehr sein Handy, um ein Video anzuschauen. Die Plattformen haben sich angepasst, und jetzt müssen wir Produzenten das auch tun. Die Frage ist nicht mehr, ob man vertikal produziert, sondern wie gut man es macht.

Was am Ende bleibt: Ein Umdenken in der gesamten Produktionskette

Der Workshop hat eindrücklich gezeigt, dass vertikale Videoproduktion mehr ist als ein technisches Detail. Es ist eine Verschiebung in der Art, wie wir Content denken und produzieren. Es geht nicht mehr nur um den perfekten Bildausschnitt im klassischen Seitenverhältnis. Es geht darum, Inhalte so zu gestalten, dass sie dort ankommen, wo die Zielgruppe ist. Und das ist heute auf TikTok, Instagram, YouTube Shorts.

Die Technik ist da. Die Tools funktionieren. Was fehlt, ist oft nur der Mut, ausgetretene Pfade zu verlassen und neue Workflows auszuprobieren. Genau dafür sind Workshops wie dieser da: um zu zeigen, dass es funktioniert, um Berührungsängste abzubauen und um praxisnahe Lösungen zu präsentieren.

Wenn Sie das nächste Mal einen Livestream planen, stellen Sie sich die einfache Frage: Wo wird er angesehen? Desktop-Monitor oder Smartphone? Die Antwort sagt Ihnen, welches Format Sie brauchen.

Starten Sie Ihre Transformation zum vertikalen Format jetzt – zusammen mit uns. Entdecken Sie maßgeschneiderte Lösungen für Ihr nächstes Projekt auf www.stream1.eu.

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